Selbsthilfeförderung nutzen!

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Weil Selbsthilfe wertvoll ist!

Die Selbsthilfe stellt einen wichtigen Baustein im Gesundheitssystem dar und bietet Menschen niedrigschwelligen Zugang zu Wissen über Krankheitsbilder und das alltägliche Leben mit einer Erkrankung. Völlig unabhängig von Therapieerfahrungen und unbegrenzt in ihrer Laufzeit, sodass Betroffene nicht nur ein punktuelles Hilfsangebot sondern eine oft jahrelange Begleitung erhalten. Die gemeinsame Bewältigung von Krankheiten, Krankheitsfolgen und/oder auch psychischen Problemen steht dabei im Fokus.

Diese wertvolle Funktion wird von den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland unterstützt. Per Gesetz ist eine finanzielle Förderung der Selbsthilfe sogar vorgeschrieben, sodass die Kassen jährlich einen bestimmten Betrag je Versicherten für die gesundheitsbezogene Selbsthilfeförderung zurückstellen müssen (§ 20h SGB V). Dadurch stehen jährlich hohe Millionenbeträge für die Förderung und Unterstützung der Selbsthilfearbeit zur Verfügung, werden jedoch von den Selbsthilfeorganisationen bei weitem nicht alle abgerufen.

Gefördert wird ausschließlich die gesundheitsbezogene Selbsthilfe (dies sind Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeorganisationen und Selbsthilfekontaktstellen), die einen engen Bezug zu medizinischen Erfordernissen hat.

Wie funktioniert die Selbsthilfeförderung?

Es gibt grundsätzlich zwei Fördertöpfe, aus denen eine Selbsthilfeorganisation Gelder mittels Antragstellung erhalten kann. Die Pauschalförderung und die Projektförderung. Wichtig: Für die Pauschalförderung gilt eine Beantragungsfrist bis zum 31. März jeden Jahres! Die Projektförderung kann dagegen zeitlich unabhängig – halt projektbezogen – gestellt werden.

1. Pauschalförderung

Unterstützung für die Grundkosten

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  • Abdeckung von Routinekosten
  • Beantragung 1x jährlich bis 31. März
  • Förderhöhe: 500 € ohne Verwendungsnachweis

2. Projektförderung

Ermöglicht unterschiedlichste Einzelprojekte und deckt Sonderausgaben

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  • Abdeckung von Projektkosten und Sonderausgaben
  • Beantragung zeitlich unbegrenzt und mehrmals jährlich möglich
  • Förderhöhe: je nach Projektkosten und Kasse unterschiedlich
  • Verwendungsnachweise erforderlich

PAUSCHALförderung Details & Infos

Bei der Pauschalförderung handelt es sich um eine kassenartenübergreifende Gemeinschaftsförderung, die durch einen Pauschalbetrag die Begleichung von routinemäßig anfallenden Kosten erleichtern soll. Sie bildet quasi einen finanziellen Grundstock für laufende Arbeiten und Betriebskosten.

Was wird gefördert?

  • Raumkosten, Miete
  • Büromaterialien
  • Regelmäßig erscheinende Verbandsmedien (z. B. Mitgliederzeitschriften) einschließlich deren Verteilung
  • Betriebskosten der Internetseite (Hosting), Pflege
  • Schulungen oder Fortbildungen, die auf die Befähigung zur Organisations- und Verbandsarbeit sowie auf administrative Tätigkeiten abzielen
  • Tagungs-, Kongressbesuche von Gruppen- oder Organisationsmitgliedern
  • Durchführung von satzungsrechtlich erforderlichen Gremiensitzungen (z.B. Vorstandssitzungen)

Werden die zur Verfügung stehenden Pauschalfördermittel in einem Jahr nicht abgerufen, bleiben sie im Pauschalfördertopf für das folgende Jahr erhalten.

Förderhöhe in der Pauschalförderung

Anträge bist zu 500 € können OHNE Begründung und Nachweise gestellt werden. Bei Antragsummen von mehr als 500 € verlangen die Krankenkassen weitere Informationen und Belege zur Mittelverwendung.

Antragstellung

Die Antragstellung erfolgt ein Mal jährlich bis zum 31. März. Da die Pauschalförderung ein krankenkassenübergreifender Fördertopf ist, wechselt die Federführung für die Verteilung und Antragprüfung zuständige Kasse jährlich.

Zuständigkeiten 2019:

Bekanntgabe Herbst 2018

PROJEKTförderung Details & Infos

Die Selbsthilfe-Projektförderung ist anlass- bzw. projektbezogen und soll die Ausgaben decken, die über die routinemäßigen Ausgaben hinaus gehen. Dieser Fördertopf ist krankenkassenindividuell, d.h. Jede Kasse regelt ihre Projektausgaben eigenverantwortlich und nach eigenen Vorgaben. Bis zu 50% der gesetzlich vorgeschriebenen Mittel für die Selbsthilfeförderung kann die jeweilige Kasse in den Rahmen die Projektförderung  einbringen. 

Was wird gefördert?

  • Vorträge von ReferentInnen
  • Selbsthilfetage
  • Erstellung und Gestaltung von gruppenspezifischen Informationsmaterialien (Flyer, Broschüren, Newsletter, ...)
  • Fachworkshops oder Fachtagungen
  • Erstellung / Einrichtung digitaler Kommunikationskanäle und -medien (Webseite, Image- oder Erklärvideos, App)
  • besondere Aktivitäten (Modellcharakter) mit eindeutigem Gesundheitsbezug

Werden in einem Jahr die Mittel im Projektfördertopf nicht verbraucht / von den Selbsthilfeorganisationen abgerufen, fließen sie dem Topf der Pauschalförderung zu. Das heißt, die Mittel stehen weiterhin für die Selbsthilfeförderung zur Verfügung, jedoch auf überregionaler Ebene. Da die Krankenkassen daran interessiert sind, ihre Rückstellungsbeträge auch in ihrer Region einzusetzen, besteht ein großes Interesse daran, dass die Selbsthilfeorganisationen diese Gelder auch beantragen.

Einige Krankenkassen* haben sich dazu entschieden, überhaupt keine Projektförderung anzubieten, sondern ihre Fördermittel in voller Höhe dem Pauschalfördertopf zufließen zu lassen. Auch einzelne überregionale Zuständigkeiten können unter den Krankenkassen vereinbart sein. Dies macht die Antragstellung leider nicht übersichtlicher, deshalb ist es immer gut, sich für die Antragstellung Unterstützung zu holen: sei es durch KLARakterstark oder durch die Selbsthilfekontaktstellen vor Ort. 

*Kassen, die keine Projektförderung anbieten: TK, BARMER, KKH, HEK und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) (Stand Sept. 2018)

Förderhöhe in der Projektförderung

Die Förderhöhe orientiert sich nach Umfang und den kalkulierten Kosten eines Projekts. Dies können von einigen hundert bis zu mehrere tausend Euro sein. Eine Kasse ist nicht dazu verpflichtet, ein Projekt zu 100% zu finanzieren, sondern kann auch eine anteilige Förderung zusagen. 

Einreichung eines Projektantrages bei mehreren Kassen ist möglich.

Antragstellung

Die Antragstellung ist zeitunabhängig möglich. Jedoch ist es ratsam, Anträge möglichst in der ersten Jahreshälfte einzureichen, um zu vermeiden, dass eine Kasse ihre Jahres-Fördermittel bereits verteilt hat.

Zuständigkeiten:

Kann bei jeder Krankenkasse beantragt werden.

Ausnahmen: TK, BARMER, KKH, HEK und die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) (Stand Sept. 2018)

Fragen rund um Förderung und Antragstellung?

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